Punktewertung für Mehrtage-Läufe

Bei Mehrtage-Orientierungsläufen bürgert es sich immer mehr ein, die Gesamtwertung durch eine Punktewertung mit Streichresultaten zu realisieren. Das hat für die Läufer den Vorteil, dass sie nicht verpflichtet sind, an allen Etappen laufen zu müssen. Es ergibt sich ein zusätzlicher Freiraum, der durch anderweitige touristische Aktivitäten ausgefüllt werden kann, ohne dadurch beim Wettkampf aus der Wertung zu fallen.

Diese Anforderung wurde ursprünglich von den Mehrtage-OLs in Frankreich, Schottland und Ungarn gestellt. Meine Lösung dafür war MTPoints, das damals als Zusatzprogramm zu MT2003 realisiert wurde.
Im aktuellen OE2010 ist die Punktewertung komplett integriert.

Die Punktewertung unterstützt gegenwärtig vier Berechnungsmethoden für die Punktzahlen.

Bei der Standard-Methode ergibt sich die Punktzahl für einen Läufer aus
    1000 + 200*(Durchschnittszeit – Laufzeit)/Standardabweichung.
Durchschnittszeit und Standardabweichung beziehen sich auf die Laufzeiten der Kategorie. Diese Formel stellt den mathematischen Standard zur Normierung von Daten dar. Sie wird im Sport oft angewendet, um Leistungen, die in unterschiedlichen Maßeinheiten gemessen werden (z.B. Mehrkampf), addieren zu können. Im OL wird sie u.a. für die Weltrangliste angewendet. Wettkämpfe mit Jagdstart sollten diese Methode verwenden.

Bei der 1000-Punkte-Methode ergibt sich die Punktzahl für einen Läufer aus
    1000*Siegerzeit/Laufzeit.
Diese Methode wurde früher beim Schottischen 6-Tage-OL angewendet, deshalb war sie auch bekannt als Schottische Methode. Diese Methode liefert sicher auch die richtigen Sieger, die Punktzahl für die Platzierten ist jedoch in hohem Maße von der Siegerzeit und den geländespezifischen Zeitabständen abhängig. Die Umrechnung in Zeitrückstände für den Jagdstart ist deshalb mit sehr viel Kompromissen behaftet.

Bei der Prozent-Berechnung ergibt sich die Punktzahl für einen Läufer aus
    Maximalpunktzahl – (Laufzeit-Siegerzeit)/Siegerzeit*100.
Mit anderen Worten, die Punktzahl ist die Maximalzahl minus den Zeitrückstand in Prozent. Bei einer Maximalzahl von 100 bedeutet dies, dass Läufer, die mehr als 100% hinter dem Sieger liegen (d.h. doppelte Siegerzeit), keine Punkte mehr bekommen.
Diese Methode wird in vielen nationalen und regionalen Ranglisten-Systemen angewendet. Sie kann auch gut für den Jagdstart verwendet werden.

Bei der Dänischen Methode ergibt sich die Punktzahl für einen Läufer aus
    Maximalpunktzahl – Rückstand auf den Sieger in vollen Minuten.
Es zählen nur volle Minuten für den Rückstand. Das bedeutet, dass alle Läufer innerhalb der gleichen Differenz-Minute die gleiche Punktzahl erhalten. Insbesondere bekommen alle Läufer mit weniger als einer Minute Rückstand die Maximalpunktzahl.
Diese Methode stammt aus Dänemark, daher der Name.

Für alle Berechnungsarten kann die Rechengenauigkeit (Anzahl Dezimalstellen) frei eingestellt werden.

Sie können in OE2010 die Ergebnisse der Punktewertung ausgeben. Sie können dazu frei wählen, wieviel Etappen in die Punktewertung eingehen sollen.
Bei der Berechnung der Startzeiten für den Jagdstart werden die Gesamtpunkte wieder in Zeitrückstände zurück gerechnet.